Kinostart
am 1.6.2017

Director's Note

Seit mehr als 30 Jahren mache ich Filme, darunter waren neun Filme über die fatalen Folgen der Gentechnik. Viele Menschen konnte ich damit über die Tragweite der Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen aufklären. Auswirkungen auf unsere Pflanzenwelt, unsere Tiere und uns Menschen.

In Deutschland wuchs, sicher auch mit Hilfe meiner Filme, der Widerstand gegen die Gentechnik. In Kinovorführungen und nicht wenigen Veranstaltungen von Umweltverbänden wurden meine Filme eingesetzt und heiß diskutiert. 

Die Agrarmultis hatten in Deutschland, durch die Proteste der aufgeklärten Bevölkerung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, einen schweren Stand. Zumindest gelang ein erster Lichtblick als sich immer mehr Regionen in Deutschland als Gentechnik frei meldeten.

Doch das Verbot des Gentec Anbaus verhinderte nicht, dass die Gentechnikgifte zur Hintertür wieder zu uns kamen, durch das Tierfutter, das Sojakraftfutter unserer Tiere. Frau Dr. Monika Krüger bewies in einer Studie der Universität Leipzig dass, das Gentechgift Glyposat in fast jedem Bürger nachweisbar ist. Die blanke Wut darüber lies mich immer wieder weitere Filme zum Gentec Thema machen. Dies ist der 10.Film um meiner Ohnmacht und der Ohnmacht der Bürger und Konsumenten etwas entgegenzusetzen. In Deutschland lehnen 80% der Bevölkerung gentechnisch veränderte Nahrung ab. Trotzdem ist das Gentechgift Glyposat in jedermann nachweisbar. Ist das Demokratie? Hat uns irgendjemand gefragt ob wir das wollen?

Ich suchte nach gangbaren Alternativen, Agrarbetriebe die ohne Gentechnik auskommen und die schon einige Jahrzehnte erfolgreich wirtschafteten. Diese Unternehmen sollten im Film der Gentechnik entgegen gesetzt werden und somit einen gangbaren Ausweg aus der Giftküche der Agrarmultis zeigen.

Da kamen viele Betriebe in Frage und ich entschloss mich drei davon in dem Film zu zeigen. SEKEM, die einen Teil von Ägyptens Wüste in fruchtbares Land verwandelten, für die Teefarm AMBOOTIA, die eine ganze Region Indiens vor dem Umwelt-Kollaps rettete. Und einem auf den ersten Blick ganz unscheinbaren, bescheidenen Bio-Bauern in Bayern, FRANZ AUNKOFER der als erster in Deutschland Bio-Schweine züchtete und das vergessene Getreide Dinkel wieder anpflanzte. Mit einem Restbestand von 10 Kilo Saatgut dieses Getreides verhalf er dem Dinkel zu einer gigantischen Renaissance.

Meine Absicht ist es mit diesem zehnten Film der zerstörenden Gentechnik, die unsere Böden vernichtet, Beispiele entgegen zu setzen die dem Boden mit Ehrfurcht begegnet. Nachdem der Zuseher den Film gesehen hat, bleiben keine Argumente für die grüne Gentechnik mehr übrig. So zeigt der Film die Geschichte vom Ende der Gentechnik.

 

Hier gehts zum neuen Interview mit Bertram Verhaag

 

Bertram Verhaag – Filmo/Bio

Bertram Verhaag dreht im Rahmen seiner eigenen Produktionsfirma DENKmal-Film Dokumentarfilme. In drei Jahrzehnten entstanden etwa 140 Filme, darunter neun abendfüllende Kinoproduktionen. Konsequent, beharrlich und nachhaltig fühlt er sich als Produzent, Autor und Regisseur ausschließlich politischen, umweltpolitischen und sozialen Themen verpflichtet.

Er konzentriert sich in seiner Arbeit auf Filme zur demokratischen Kultur und „Erziehung“ im weitesten Sinne. Indem er Menschen in den Mittelpunkt seiner Filme stellt und porträtiert, die sich bei gesellschaftlichen Fragen einmischen, hofft er, mit seinen Filmen Mut zu machen. Niemand sollte sich ohnmächtig dem Dogma unterwerfen "...da kann man sowieso nichts machen!"

Gerade ist der zehnte Film in seiner Gentechnik Reihe fertig "Code of Survival – Zwischen Ohnmacht und Liebe". In den vielen Diskussionen nach seinen Filmen begegnet ihm immer wieder das Argument der Gentechnikbefürworter: „Man kann die bald 9 Milliarden Menschen auf der Welt nur mit Gentechnik ernähren.“ Mit diesem Aberglauben räumt Verhaag in „Code of Survival“ gründlich auf. Er zeigt auf der einen Seite die verheerenden Folgen der Gentec- Gifte, die in fast jedem von uns nachweisbar sind - selbst in Ländern, wo keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden. Auf der anderen Seite zeigt er Auswege: Projekte, die ohne Gentechnik und Gifte schon seit Jahrzehnten die Menschen ausreichend und gut ernähren, den Produzenten schwarze Zahlen und Gewinne bescheren, und zusätzlich den Boden wertvoll erhalten, statt ihn zu zerstören.

Da dieses dunkle Gentec-Thema allein aber schwer erträglich ist, liegt ein zweiter Schwerpunkt in Verhaags Arbeit darin, dem Zuschauer Menschen nahe zu bringen, die sehr bewusst, ökologisch, ganzheitlich und nachhaltig Lebens-Mittel erzeugen, mit ihrem Tun Menschen zum Nachdenken anregen und zu eigenem Handeln ermuntern. Der letzte Film dieser Reihe "Der Bauer und sein Prinz" lief 2015 sehr erfolgreich in Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Film zeigt einen Prinzen, der die Vision hat, die Welt ökologisch zu ernähren und die geschundene Natur zu heilen. Dieses Ziel verfolgt er mit seinem charismatischen Farmmanager David Wilson jetzt schon seit 30 Jahren. Die einmalige Zusammenarbeit der Beiden beweist mit poetisch eindrücklichen Bildern, wie ökologische Landwirtschaft funktioniert und welchen Nutzen und welche Heilkraft von ihr ausgeht.

Bertram Verhaag erzeugt mit seinen Filmen Produkte, die einen hohen gemeinschaftlichen Nutzen für alle haben und ist somit im wahrsten Sinne ein „Social Business“. Er beteiligt sich an der „Bewegung“ unserer Gesellschaft hin zu mehr Menschlichkeit, Respekt vor der Natur und den Naturgesetzen, zu Nachhaltigkeit und Mut, sich einzumischen.

"Als Filmemacher geht es mir nicht nur darum, Missstände aufzudecken. Ich finde, das Gute muss man in die Welt bringen und fördern, in der Hoffnung, dass es sich verbreitet und fortpflanzt. Meine Filme sollen Mut machen, Dinge zu verändern und nicht die Arme hängen zu lassen und zu meinen, dass man eh nichts machen kann."

 

Biographie

Geboren in Sosnowitz (Oberschlesien) Studium der Soziologie und Volkswirtschaft.
Drei Jahre freie Mitarbeit im Stadtentwicklungsreferat München.
1972 – 75 Münchner Hochschule für Film und Fernsehen.
1976 Gründung der DENKmal-Film Produktion zusammen mit Claus Strigel.
Als Produzent, Autor und Regisseur realisierte er seither mehr als 130 Filme für Kino und Fernsehen.

 

Eine Filmauswahl:

2015 SAMEN IN DIE HERZEN SÄEN / Dokumentarfilm / 36 Min.
2014 DER BAUER UND SEIN PRINZ / Dokumentarfilm / 52 & 80 Min.
2013 VOM GLÜCK DER KÜHE / Dokumentarfilm / 52 Min.
2013 DAS LIEBE RINDVIEH / Dokumentarfilm / 45 Min.
2012 DER ÖKOBRÄU IM ALTMÜHLTAL / Dokumentarfilm / 45 Min.
2011 DER LANDHÄNDLER – GANZ OHNE GENTECHNIK / Dokumentarfilm / 45 Min.
2010 GEKAUFTE WAHRHEIT / Kino-Dokumentarfilm / 88 Min.
2009 DER BAUER DER DAS GRAS WACHSEN HÖRT / Dokumentarfilm / 45 Min.
2009 PERCY SCHMEISER – DAVID GEGEN MONSANTO / Dokumentarfilm / 65 Min.
2008 LIFE IN PLASTIC... / Dokumentarfilm / 45 Min.
2008 RENTNER GmbH / Dokumentarfilm / 52 Min.
2007 DER BAUER MIT DEN REGENWÜRMERN / Dokumentarfilm / 45 Min.
2007 SEKEM – AUS DER KRAFT DER SONNE / Dokumentarfilm / 45 Min.
2004 LEBEN AUSSER KONTROLLE / Dokumentarfilm / 1x 95min. 3x 60 Min.
2002 86 000 SEKUNDEN / Dokumentarfilm / 95 Min.
2000 DER AGRAR-REBELL / Dokumentarfilm / 45 Min.
1997 GRENZGÄNGER / Dokumentarfilm / 98 Min.
1996 BLUE EYED / Dokumentarfilm / 93 Min.
1991 DAS ACHTE GEBOT/ Dokumentarfilm / 95 Min.
1989 RESTRISIKO oder DIE AROGANZ DER MACHT / Dokumentarfilm / 93 Min.
1987 SPALTPROZESSE / Dokumentarfilm / 93 Min.
1978 WAS HEIßT'N HIER LIEBE / Kino-Spielfilm / 135 Min.

 

Preise – eine Auswahl

1st Price for Best Long Production, Goias, Brazil / Certificate of Creative Excellence, Elmhurst, USA / Best Film of the Festival, Orlando, USA / International Federation of Journalists Media Award: Special Recommendation / Audience Award, Maremma Documentary Festival, Pitigliano, Italy / Best Film by a German Filmmaker, Black International Cinema Film-/Video Festival, Berlin / Findling, DOK Leipzig / CIVIS Award / Publikumspreis I.D.F.A., Amsterdam, Holland / Publikumspreis, Palm Springs, USA / Das Goldene Kabel für Innovation / Adolf-Grimme-Award / Deutscher Jugend-Video-Preis / Preis der deutschen Filmkritik - Silberne Taube Leipzig / Förderpreis der Städte Freiburg, München und Salzburg / Golden Lynx for best journalistic achievement, Ökomedia / Publikumspreis, Internationales Filmfestival Eberswalde / Award for Environmental Conversation and Stewardship, Arpa Film Festival / Hoimar von Ditfurth-Preis, Ökofilmtour / Bester ökologischer Film, Greenscreen, Eckernförde / The Columbus Institute for Contemporary Journalism Award / Best of Show, Indie Film Fest / Environmental Great Prize for the best work in the category environment, CineEco, Portugal / Preis des Bürgermeisters von Nitra, Agro FilmFest, Slovakei / Preis des Prager Landwirtschaftsministers, Life Sciences Film Festival, Tschechische Republik / Beste Regie, Yosemite Film Festival, USA / Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm, Ökofilmtour / International Jury Award – Grand Prix, T-Film Festival, Tschechische Republik / Preis der Jugendjury, Green Screen Festival, Eckernförde / Nominierung für den Deutschen Naturfilmpreis 2014, Darßer NaturFilmFestival